Smart Homes: Mehr Standardsysteme gefordert

Smart Homes: Mehr Standardsysteme gefordert

Di, 10/07/2018 - 12:52
Posted in:

Ein Interview über Smart Homes mit Gerold Meurer, Leiter des Bereichs Innovation bei Apparatebau.

Gerold Meurer hat Ingenieurwesen studiert und arbeitet seit 30 Jahren bei der Firma Apparatebau. Anfangs leitete er die Qualitätssicherung und später die Produktion. Seit zehn Jahren ist er für die Vorentwicklung/Innovation sowie für neue, smarte Produkte zuständig.

Was ist ein Smart Home?

Dabei handelt es sich um ein elektronisches System, das hilft, Energie zu sparen, den Wohnkomfort zu erhöhen und die Hausarbeit zu erleichtern. Meistens sind diese Geräte miteinander vernetzt. Heutzutage ist fast alles möglich, beispielsweise eine fernsteuerbare und automatisierte Beleuchtungsvernetzung, Musik von einem zentralen Server im ganzen Haus zu hören, eine Heizungssteuerung in Abhängigkeit von Anwesenheit und/oder der Wetterprognosen oder zur Überwachung des eigenen Heims.

Mittlerweile werden auch Hausgeräte vernetzt und da kommen wir als Hersteller für Komponenten ins Spiel. Es ist beispielsweise bereits möglich, im Supermarkt über die Webcam zu Hause im Kühlschrank nachzusehen ob noch Milch da ist, oder man kann sich die automatisch erstellte Einkaufsliste auf dem Smartphone anzeigen lassen.

Was sind die Vorteile eines vernetzten Zuhauses?

Die Vernetzung erlaubt die Steuerung und Überwachung vieler Geräte bequem über das Smartphone von zu Hause aus und aus der Ferne. Abläufe lassen sich automatisieren und an Ereignisse oder Bedingungen knüpfen. Mit unseren Komponenten stellt sich beispielsweise der Backofen automatisch für den Festbraten mit Freunden ein, fährt das Backblech in die korrekte Position und öffnet die Tür am Ende des Garprogramms einen Spalt zum Auslüften.

Welche Barrieren gilt es noch zu überwinden?

Es gibt auf dem Markt unglaublich viele Systeme und Geräte verschiedener Hersteller. Die Vernetzung untereinander ist nicht immer möglich. Zum Teil ist die Bedienung noch schwierig und man muss schon ein wenig technikaffin sein, um sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. Die Industrie ist hier gefordert und sollte in Zukunft mehr auf Standards setzen.

Wie kann das eigene Zuhause in ein intelligentes Heim verwandelt werden? Ist es kostspielig?

Zum einen kann man sich über einen Elektriker eine sogenannte zentrale BUS-Steuerung installieren lassen. Damit kann man dann die Beleuchtung, Heizung, Beschattung, Steckdosen und vieles mehr ansteuern. Man bindet sich dadurch jedoch an ein System das eben nicht alles kann und meist unflexibel ist. Der Aufwand ist relativ hoch.

Preiswert ist es hingegen verschiedene „kleine“ Systeme einzusetzen und zu kombinieren. Einige Geräte sind ja mittlerweile schon serienmäßig mit WLAN ausgestattet: Kaffee-Maschinen, Backöfen, Waschmaschinen, Steckdoseneinsätze, LED-Beleuchtungen oder Musikanlagen. Leider lassen sich diese nicht immer miteinander verbinden. Man hat dann mehrere Apps auf dem Smartphone. Auf diesem Wege hat das Smart Home in den meisten Haushalten bereits Einzug gehalten.

Interview: Anna Schenk

    Credits
    Privat